E-Nummern haben einen schlechten Ruf, dabei sind die meisten völlig unbedenklich. Wichtig zu wissen: Die 14 EU-Hauptallergene (zum Beispiel Milch, Erdnüsse oder Weizen) sind in der Regel keine E-Nummern, sondern Zutaten, die über die LMIV separat gekennzeichnet werden.[1] Relevant werden E-Nummern vor allem bei bestimmten Unverträglichkeiten oder pseudoallergischen Reaktionen (allergieartig, aber ohne Immunreaktion) auf Zusatzstoffe.
E-Nummern kennzeichnen in der EU zugelassene Zusatzstoffe. Das E steht für Europa. Jeder Stoff hat eine eindeutige Nummer und wurde auf Sicherheit geprüft, bevor er zugelassen wurde. Die EU-Behörde EFSA überprüft die Bewertungen regelmäßig neu.[2]
Die Nummern sind nach Funktion gruppiert:
Folgende Zutaten müssen laut Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) in Zutatenlisten hervorgehoben werden, meist in Fettdruck oder GROSSBUCHSTABEN:
Bei Histaminintoleranz und verwandten Unverträglichkeiten werden bestimmte Zusatzstoffe immer wieder diskutiert. Wichtig: Pseudoallergische Reaktionen auf Zusatzstoffe sind insgesamt eher selten, und die genauen Mechanismen sind wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt.[3] Ob und wie stark jemand reagiert, ist sehr individuell.
| E-Nummer | Name | Hinweis |
|---|---|---|
| E220 bis E228 | Sulfite | Häufig in Wein, Trockenobst. Werden im Zusammenhang mit pseudoallergischen Reaktionen diskutiert |
| E621 bis E625 | Glutamat und Salze | EFSA-Gruppen-ADI: 30 mg/kg/Tag. Manche Betroffene berichten individuelle Unverträglichkeit |
| E102 | Tartrazin | Azofarbstoff, kann in Einzelfällen pseudoallergische Reaktionen auslösen |
| E210 bis E219 | Benzoate | Konservierungsstoffe, werden bei pseudoallergischen Reaktionen genannt |
| E320, E321 | BHA, BHT | Antioxidantien, vereinzelt diskutiert, aber deutlich schwächer belegt als bei Sulfiten oder Benzoaten |
| E-Nummer | Name | Relevanz |
|---|---|---|
| E420 | Sorbit | Zuckeralkohol, stark problematisch |
| E421 | Mannit | Zuckeralkohol |
| E953 | Isomalt | Zuckeralkohol |
| E965 | Maltit | Zuckeralkohol |
| E966 | Laktit | Zuckeralkohol, wird aus Laktose hergestellt, vor allem als Polyol relevant |
| E967 | Xylit | Zuckeralkohol, stark abführend |
| E968 | Erythrit | Meist gut verträglich |
| E1200 | Polydextrose | Ballaststoff, kann Blähungen machen |
| E406 | Agar Agar | Meist unproblematisch |
| E440 | Pektin | Meist gut verträglich |
Nicht alle Einträge dieser Liste sind Zuckeralkohole im engeren Sinn. Polydextrose (E1200) ist ein synthetischer Ballaststoff, Agar-Agar (E406) und Pektin (E440) sind Geliermittel. Sie sind hier aufgeführt, weil sie bei empfindlichem Darm ebenfalls Beschwerden verursachen können.
E-Nummern selbst enthalten fast nie Laktose. Problematisch sind Milchzuckerzusätze, die als Trägerstoff oder Füllstoff verwendet werden und direkt als "Laktose" oder "Milchzucker" in der Zutatenliste stehen (nicht als E-Nummer).
Eine Sonderrolle spielt E966 Laktit: Dieser Zuckeralkohol wird zwar aus Laktose hergestellt, ist aber vor allem als Polyol relevant und kann wie andere Zuckeralkohole bei größeren Mengen Verdauungsbeschwerden verursachen.
Die meisten E-Nummern sind glutenfrei. Einige modifizierte Stärken können aber aus Weizen stammen:
| E-Nummer | Name | Hinweis |
|---|---|---|
| E1404 | Oxidierte Stärke | Kann aus Weizen sein, Herkunft muss angegeben werden |
| E1410 bis E1450 | Modifizierte Stärken | Meist aus Mais oder Kartoffel, selten Weizen |
Bei Zöliakie sind E-Nummern meist nicht das Hauptproblem. Entscheidend ist, ob ein Zusatzstoff oder Trägerstoff aus einem glutenhaltigen Getreide stammt. Wenn ja, muss die Herkunft (z.B. "Weizen") klar angegeben werden.[1] Beispiel: "Modifizierte Stärke (Weizen)". Generell gilt beim Einkauf: Zuerst auf die fett markierten Allergene und Herkunftsangaben in der Zutatenliste achten und erst danach auf einzelne E-Nummern.
Pseudoallergien sind Reaktionen, die wie Allergien aussehen, aber ohne echte Immunreaktion ablaufen. Sie sind insgesamt eher selten.[3] Betroffen ist vor allem die Haut (Nesselsucht), seltener die Atemwege oder der Kreislauf. Folgende Zusatzstoffe werden in diesem Zusammenhang genannt:
Die folgenden Zusatzstoffe sind bei den meisten Unverträglichkeiten kein Problem und meist sogar natürlichen Ursprungs:
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Ampelo kostenlos testenNicht unbedingt. Natürlich oder synthetisch sagt für sich genommen nichts über die Verträglichkeit aus. Auch natürliche Stoffe wie Sulfite in Wein können bei empfindlichen Menschen Beschwerden auslösen. Entscheidend ist nicht die Herkunft, sondern der konkrete Stoff und die individuelle Empfindlichkeit.
Ein freiwilliger Hinweis von Herstellern, dass im Produktionsprozess Kontamination mit einem Allergen möglich ist. Bei schweren Allergien ist Vorsicht geboten, bei Intoleranzen spielt er meist keine Rolle.
Hersteller dürfen wählen, ob sie die E-Nummer oder den chemischen Namen angeben. Beides ist rechtlich gleichwertig. Manche Verbraucher reagieren aber besser auf die Klarnamen, weshalb viele Hersteller diese bevorzugen.
Sechs Farbstoffe müssen den Warnhinweis tragen, dass sie Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen können: Tartrazin (E102), Chinolingelb (E104), Gelborange S (E110), Azorubin (E122), Cochenillerot (E124) und Allurarot (E129).
Die EFSA hat 2017 einen Gruppen-ADI von 30 mg pro kg Körpergewicht pro Tag für Glutaminsäure und Glutamate (E620 bis E625) abgeleitet. Für ein allgemeines "Glutamat-Syndrom" ist die wissenschaftliche Evidenz schwach. Einzelne Menschen berichten aber weiterhin individuelle Beschwerden.
Nicht Sorbit allein: Lebensmittel mit mehr als 10 Prozent zugesetzten Polyolen (Zuckeralkoholen) insgesamt müssen den Hinweis tragen: "Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken." Das gilt für alle Polyole (Sorbit, Xylit, Maltit, Isomalt usw.), nicht nur für eine einzelne Substanz.
Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Verdacht auf eine Unverträglichkeit gegenüber Zusatzstoffen wende dich an deinen Facharzt. Ampelo ist ein Orientierungshilfsmittel und kein Medizinprodukt.
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