Sulfite und Schwefeldioxid sind seit langem etablierte Konservierungsmittel. Für die meisten Menschen sind sie unproblematisch, doch ein Teil der Bevölkerung reagiert empfindlich. Besonders Menschen mit Asthma können beim Verzehr sulfitreicher Lebensmittel Beschwerden entwickeln.
Sulfite sind Salze der schwefligen Säure. Zusammen mit Schwefeldioxid (SO2) zählen sie zu den ältesten bekannten Konservierungsmitteln. In der EU werden sie unter den E-Nummern E 220 bis E 228 als Lebensmittelzusatzstoffe verwendet. Sie verlängern die Haltbarkeit, verhindern Bräunung, hemmen unerwünschte Mikroorganismen und stabilisieren Farben. Kennzeichnungsrechtlich stehen Sulfite auf der EU-Liste der 14 auslöserrelevanten Stoffe. Medizinisch handelt es sich aber meist nicht um eine klassische IgE-vermittelte (antikörpergesteuerte) Nahrungsmittelallergie, sondern um eine Unverträglichkeit.[1] Ab einer Konzentration von mehr als 10 Milligramm pro Kilogramm oder Liter müssen sie hervorgehoben in der Zutatenliste angegeben werden.
Genaue Prävalenzdaten für die Gesamtbevölkerung fehlen, weil die Reaktionen unspezifisch sind und oft anderen Ursachen zugeschrieben werden. Bekannt ist vor allem, dass Menschen mit Asthma deutlich häufiger reagieren. Ältere Challenge-Studien sprechen von etwa 3 bis 10 Prozent der Asthmatiker mit Sulfit-Empfindlichkeit, wobei die Schwere der Reaktionen sehr unterschiedlich ausfällt.[2]
Die Beschwerden treten in der Regel innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden nach Verzehr auf. Sie sind meist nicht IgE-vermittelt (also keine klassische Antikörper-Reaktion), sondern beruhen auf einer pharmakologischen oder enzymatischen Reaktion auf das freigesetzte Schwefeldioxid.
Die Mechanismen sind nicht vollständig geklärt. Diskutiert werden unter anderem reizende Effekte von freigesetztem Schwefeldioxid auf die Atemwege und pseudoallergische Reaktionen (allergieartig, aber ohne Immunreaktion).[3] Die meisten Menschen mit Sulfit-Empfindlichkeit vertragen geringe Mengen ohne Beschwerden, reagieren aber, wenn ihre individuelle Schwelle überschritten wird. Wie hoch diese Schwelle liegt, ist von Person zu Person unterschiedlich. Die europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) hatte 2016 einen vorläufigen Gruppen-ADI (akzeptable tägliche Aufnahme) festgelegt, diesen aber 2022 wegen unzureichender neuer Daten wieder zurückgezogen. Die Datenlage zur sicheren Langzeitaufnahme bleibt lückenhaft.[4]
| Lebensmittel | Maximaler Sulfitgehalt |
|---|---|
| Trockenfrüchte (Aprikosen, Rosinen) | 500 bis 2000 mg/kg |
| Trockenkartoffeln, Pommes vorgegart | bis 400 mg/kg |
| Weißwein | bis 200 mg/l |
| Rotwein | bis 150 mg/l (Bio oft niedriger) |
| Süßwein, Schaumwein | bis 400 mg/l |
| Krebstiere und Kopffüßer | je nach Produkt bis 300 mg/kg |
| Sauerkraut, eingelegtes Gemüse | bis 100 mg/kg |
Die Tabelle zeigt zulässige Höchstmengen, nicht die in jedem Produkt tatsächlich enthaltene Menge. Weitere typische Quellen sind Fruchtsäfte aus Konzentrat, Marmeladen aus getrockneten Früchten, Senf, Essig, Trockensuppen, Knabbergebäck mit getrockneten Früchten, manche Backwaren und Süßwaren. Auch in manchen Arzneimitteln (z. B. Injektionslösungen, Augentropfen) können Sulfite als Hilfsstoff vorkommen, was bei bekannter Empfindlichkeit und Asthma relevant sein kann.[5]
Eine eindeutige Diagnose ist schwierig, weil es keine zuverlässig standardisierten Blut- oder Hauttests für Sulfitreaktionen gibt. Folgendes Vorgehen ist üblich:
Ampelo kann beim Einkauf eine zusätzliche Orientierung bieten. Die App scannt Barcodes und markiert Sulfite in allen gängigen Bezeichnungen, von Schwefeldioxid und SO2 über Sulfit, Natriumsulfit und Natriummetabisulfit bis zu den E-Nummern E 220 bis E 228. Spurenhinweise und der Pflichthinweis "enthält Sulfite" werden erfasst. Die Datenverfügbarkeit variiert je nach Produkt und Hersteller.
Bitte beachte: Ampelo ist ein Orientierungshilfsmittel und kein Medizinprodukt. Prüfe Verpackungen immer zusätzlich selbst. Bei begründetem Verdacht auf eine Sulfit-Unverträglichkeit oder bei bekanntem Asthma solltest du das Vorgehen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt abstimmen.
Ampelo ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Anmeldung.
Ampelo kostenlos testenSulfite und Schwefeldioxid sind Konservierungsmittel, in der EU als E 220 bis E 228 zugelassen. Sie schützen Lebensmittel vor Verderb und Bräunung.
Meist nicht im klassischen IgE-Sinne. Es handelt sich um eine Unverträglichkeit oder pseudoallergische Reaktion. Menschen mit Asthma reagieren besonders empfindlich.
Trockenfrüchte, Wein (besonders Süßweine), Sauerkraut, vorgegarte Kartoffelprodukte, Krebstiere, Trockensuppen und manche Säfte.
Über die Bezeichnungen Schwefeldioxid, Sulfit, SO2 oder die E-Nummern E 220 bis E 228. Ab 10 Milligramm pro Kilogramm oder Liter ist die Kennzeichnung Pflicht.
Ampelo kann beim Einkauf eine zusätzliche Orientierung bieten und erkennt Sulfite und ihre E-Nummern in der Zutatenliste. Die Datenverfügbarkeit variiert je nach Produkt. Ampelo ist ein Orientierungshilfsmittel und kein Medizinprodukt.
Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Verdacht auf eine Sulfit-Unverträglichkeit oder bei bekannter Asthma-Erkrankung sprich bitte mit deiner Hausärztin oder Pneumologin. Bei akuten Atemnot-Beschwerden wende deine Notfallmedikation an und rufe bei Verschlechterung den Notruf 112. Ampelo ist ein Orientierungshilfsmittel und kein Medizinprodukt.
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