Anaphylaxie ist eine schwere, potenziell lebensbedrohliche allergische Reaktion und ein medizinischer Notfall. Schnelles Handeln mit Adrenalin rettet Leben. Erkenne die Symptome sofort und handle richtig.
Anaphylaxie ist eine plötzlich auftretende, systemische, potenziell lebensbedrohliche allergische Reaktion, die innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden nach Allergen-Kontakt auftritt.[1] Die Reaktion kann mehrere Organsysteme betreffen; schwere Kreislauf- oder Atemwegsreaktionen können auch ohne typische Hautsymptome auftreten.[2] Ausgelöst wird die Anaphylaxie durch schnelle Freisetzung von Botenstoffen aus Mastzellen (Immunzellen, die Histamin speichern) und basophilen Granulozyten (einer Art weißer Blutkörperchen). In seltenen Fällen kann ein biphasischer Verlauf auftreten: Eine Zweitreaktion tritt Stunden nach der Erstreaktion auf, ohne nochmalige Allergen-Exposition. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer längeren Nachbeobachtung.
Die Anaphylaxie wird nach klinischen Symptomen in vier Schweregrade eingeteilt. Diese Klassifikation hilft bei der Erkennung und der Notfallreaktion.
| Schweregrad | Symptome |
|---|---|
| Grad I | Haut: Juckreiz, Hautrötung (Flush/Erythem), Nesselsucht (Quaddeln) |
| Grad II | Zusätzlich Kreislauf (beschleunigter Herzschlag, niedriger Blutdruck), Übelkeit, Erbrechen; Atemwege: leichte Atemnot, pfeifendes Atemgeräusch (Stridor) |
| Grad III | Schwere Symptome: Verkrampfung der Atemwege (Bronchospasmus), Schock, Krämpfe, Bewusstlosigkeit, Durchfall, unkontrollierter Urin- oder Stuhlabgang |
| Grad IV | Atem- und Kreislaufstillstand |
Nach dem NORA-Anaphylaxie-Register treten in Deutschland etwa 2 bis 3 Fälle pro 100.000 Einwohner pro Jahr auf.[3] Die Auslöser unterscheiden sich deutlich nach Alter: Bei Kindern sind Nahrungsmittel die häufigsten Auslöser, besonders Erdnüsse und Baumnüsse. Bei Erwachsenen sind Insektengifte (vor allem Bienen- und Wespengift) der häufigste Auslöser, gefolgt von Medikamenten.[2] Neuere Registerdaten zeigen eine Sterblichkeit von unter 1 pro Million pro Jahr in Deutschland.[3] Mit schnellem Adrenalin-Einsatz sinkt das Risiko deutlich.
Bei Verdacht auf Anaphylaxie gilt: Handle sofort, nicht abwarten. Adrenalin ist das einzige und wichtigste Medikament der ersten Wahl.
Nicht geeignet sind Antihistaminika oder Kortikosteroide als erste Maßnahme. Diese können notwendig sein, aber nur nach Adrenalin. Nicht abwarten und abklären, sondern handeln.
Der Adrenalin-Autoinjektor ist die Schlüssel-Notfallmaßnahme. Die AWMF-Leitlinie nennt drei Dosisstufen, deren genaue Gewichtsgrenzen je nach Präparat (Fastjekt, Jext, Anapen) unterschiedlich zugelassen sind:[1]
Welche Dosierung und welches Präparat für dich passend sind, legt dein Allergologe fest. Richte dich immer nach deinem Notfallplan.
Wichtige Regeln zum AAI:
Ein individueller Anaphylaxie-Notfallplan wird vom allergologisch erfahrenen Arzt oder der Ärztin erstellt und sollte enthalten:
Der Plan sollte in Schule, Kita und am Arbeitsplatz hinterlegt sein. Die korrekte Allergie-Diagnose durch eine Fachperson ist die Voraussetzung für einen sinnvollen Notfallplan. Der DAAB stellt einen aktuellen Anaphylaxie-Notfallplan als Download bereit, die GPA (Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie) einen Anaphylaxiepass.[4] AGATE (Arbeitsgemeinschaft Anaphylaxie Training und Edukation) bietet strukturierte Schulungen für Betroffene und deren Umfeld an, um die Notfallreaktion zu trainieren.
Ampelo scannt Barcodes und erkennt alle 14 EU-Allergene. Spurenhinweise werden separat angezeigt. Über 200.000 Produkte aus dem deutschen Lebensmittelhandel sind erfasst.
Bei schwerer Lebensmittel-Allergie mit Anaphylaxie-Risiko ist Ampelo kein Ersatz für die eigene Etikettenprüfung. Folge den Empfehlungen deiner Allergologie und trage deinen Adrenalin-Autoinjektor immer bei dir.
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Ampelo kostenlos testenAnaphylaxie ist die schwerste Verlaufsform einer Allergie und ein medizinischer Notfall, eine plötzlich auftretende, systemische Reaktion, die mehrere Organsysteme betreffen kann. Schwere Kreislauf- oder Atemwegsreaktionen können auch ohne typische Hautsymptome auftreten.[2] Nicht alle Allergien verlaufen als Anaphylaxie, aber eine Anaphylaxie ist immer ein Notfall.
Sofort bei den ersten Anzeichen einer Anaphylaxie, ohne zu zögern. Nicht abwarten, nicht mit Antihistaminika anfangen. Der Adrenalin-Autoinjektor wird sofort in den Oberschenkelmuskel injiziert, auch durch Kleidung hindurch. Schnelles Handeln in den ersten Minuten ist entscheidend.
Ja, unbehandelte Anaphylaxie kann tödlich enden. Mit schneller Adrenalin-Gabe und einem individuellen Anaphylaxie-Notfallplan ist die Prognose aber sehr gut. Neuere Registerdaten zeigen eine Sterblichkeit von unter 1 pro Million pro Jahr in Deutschland.[3]
Ein biphasischer Verlauf ist eine Zweitreaktion, die Stunden nach der Erstreaktion auftritt, ohne nochmalige Allergen-Exposition. Deshalb ist nach einer Anaphylaxie immer eine ärztliche Überwachung für mehrere Stunden nötig; bei schweren Reaktionen oder Risikofaktoren auch deutlich länger.[1]
Der Anaphylaxie-Notfallplan wird vom Allergologen individuell erstellt. AGATE Schulungen bieten strukturierte Trainings für Betroffene und deren Angehörige an, um den Umgang mit dem AAI und dem Notfallplan zu erlernen.
Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Anaphylaxie-Risiko wende dich an eine allergologisch erfahrene Ärztin oder einen Arzt. Bei akuten allergischen Reaktionen rufe sofort den Notruf 112 und verwende deinen Adrenalin-Autoinjektor. Ampelo ist ein Orientierungshilfsmittel und kein Medizinprodukt.
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