Sellerie gehört in Nordeuropa zu den wichtigsten Auslösern pflanzlicher Nahrungsmittelallergien und kann besonders schwer verlaufen. Eine neue Komponente, Api g 7, hilft inzwischen, das individuelle Anaphylaxie-Risiko (Risiko einer schweren allergischen Reaktion) besser einzuschätzen.
Sellerie (Apium graveolens) zählt in Nordeuropa zu den häufigeren Auslösern von Nahrungsmittelallergien mit einer Prävalenz von bis zu 0,45 Prozent bei Erwachsenen.[1] Im europäischen Anaphylaxie-Register NORA war Sellerie für rund sechs Prozent der dokumentierten Anaphylaxien bei Erwachsenen das auslösende Lebensmittel und damit häufiger vertreten, als seine bloße Häufigkeit erwarten ließe.[1] Sellerie gehört zu den 14 kennzeichnungspflichtigen EU-Hauptallergenen und muss genannt werden, wenn er als Zutat enthalten ist, auch in kleinen zugesetzten Mengen wie Gewürzmischungen, Brühen oder Wurstwaren.[2]
Eine Sellerie-Sensibilisierung entsteht häufig als Kreuzreaktion mit Pollen. Die AWMF-Leitlinie stellt klar: Eine Sellerie-Sensibilisierung liegt häufig aufgrund einer Kreuzreaktion mit Birkenpollen und etwas seltener mit Beifußpollen vor.[3]
Bei der birkenassoziierten Form (über das hitzelabile PR-10-Protein Api g 1) stehen meist milde orale Symptome im Vordergrund. Klinisch bedeutsamer ist das Sellerie-Beifuß-Gewürz-Syndrom: Es beschreibt das gemeinsame Auftreten von Sensibilisierungen gegen Beifuß (Artemisia vulgaris), Sellerie und verschiedene Gewürze (Karotte, Petersilie, Anis, Kümmel, Koriander, Fenchel).[4] Auch eine Senfallergie tritt in diesem Kontext gehäuft auf, da Senf zur selben Kreuzreaktionsfamilie gehört.[4] Das Beifuß-assoziierte Api g 7 (ein hitzestabiles Defensin) ist mit einem deutlich höheren Risiko für schwere Reaktionen verbunden.
Forscherinnen am Paul-Ehrlich-Institut haben in den letzten Jahren das Defensin Api g 7 in der Sellerieknolle als wichtigen Akteur identifiziert.[5] Api g 7 reagiert kreuz mit dem Hauptallergen des Beifußpollens, Art v 1, und erklärt die enge Verbindung zwischen Beifußallergie und schweren Sellerie-Reaktionen. In einer aktuellen Studie war Api g 7 bei rund 52 Prozent der untersuchten Patientinnen und Patienten nachweisbar. Das Risiko für schwere anaphylaktische Reaktionen war bei Sensibilisierung gegen Api g 7 etwa sechsmal höher als ohne.[1] Api g 7 ist damit ein vielversprechender Risikomarker für schwere Selleriereaktionen.
Sellerie ist in der EU als Hauptallergen kennzeichnungspflichtig. Achte auf folgende Quellen, in denen Sellerie auch in kleinen Mengen relevant ist:
Selbst geringe Mengen Sellerie als Zutat können bei schwerer Allergie ausreichen, um Reaktionen auszulösen. Eine sorgfältige Etikettenprüfung ist deshalb unverzichtbar. Beachte auch freiwillige Spurenhinweise ("Kann Spuren von Sellerie enthalten"), da diese auf mögliche Kreuzkontamination hinweisen. Wichtig: Ein fehlender Spurenhinweis bedeutet nicht automatisch, dass ein Produkt frei von unbeabsichtigten Sellerieeinträgen ist, denn die Angabe ist freiwillig.[8]
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Ampelo kostenlos testenIn Nordeuropa bis zu 0,45 Prozent der Erwachsenen. Im NORA-Register war Sellerie bei rund sechs Prozent der Anaphylaxien bei Erwachsenen Auslöser.
Ein Sellerie-Defensin, das mit dem Beifußpollen-Hauptallergen Art v 1 kreuzreagiert. Sensibilisierte tragen ein etwa sechsfach erhöhtes Risiko für schwere Reaktionen. Api g 7 ist ein vielversprechender Risikomarker, steht aber noch nicht überall in der Routinediagnostik zur Verfügung.
Kochen macht Sellerie nicht zuverlässig sicher. Das birkenassoziierte Api g 1 ist zwar hitzelabil, aber das beifußassoziierte Api g 7 (ein Defensin) ist hitzestabil. Studien zeigen, dass auch gekochter Sellerie und Selleriegewürz Reaktionen auslösen können. Bei gesicherter Allergie sollte Sellerie daher meist auch in gekochter Form gemieden werden.
Ja. Sellerie gehört zu den 14 kennzeichnungspflichtigen EU-Hauptallergenen und muss genannt werden, wenn er als Zutat enthalten ist, auch in kleinen zugesetzten Mengen wie Gewürzmischungen oder Brühen.
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Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Verdacht auf eine Sellerieallergie wende dich an eine allergologisch erfahrene Praxis. Bei akuten Reaktionen rufe sofort den Notruf 112 und verwende deinen Adrenalin-Autoinjektor. Ampelo ist ein Orientierungshilfsmittel und kein Medizinprodukt.
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