Süßstoffe süßen intensiv, fast ohne Kalorien und ohne Zucker. Kaum ein Zusatzstoff wird so kontrovers diskutiert wie Aspartam. Hier erfährst du, welche Süßstoffe es gibt, was EFSA, BfR und die Krebsforschungsagentur IARC tatsächlich sagen und wo der Unterschied zu Zuckeralkoholen liegt.
Im Alltag meint „Süßstoffe“ meist intensiv süßende Stoffe, von denen schon kleine Mengen genügen. Rechtlich umfasst die Funktionsklasse Süßungsmittel außerdem Polyole wie Sorbit oder Xylit. Die aktuelle EFSA-Übersicht zeigt, welche Stoffe zugelassen sind und wie weit ihre Neubewertung fortgeschritten ist.[1]
Für viele, aber nicht für jeden Süßstoff wird ein ADI festgelegt. Er beschreibt die täglich lebenslang aufnehmbare Menge ohne nennenswertes Gesundheitsrisiko. Fehlt ein Zahlenwert, kann das je nach Datenlage unterschiedliche Gründe haben. Wie Bewertungen funktionieren, erklärt der Ratgeber Lebensmittelzusatzstoffe.
| E-Nummer | Name | Besonderheit |
|---|---|---|
| E950 | Acesulfam-K | Hitzestabil, oft mit anderen Süßstoffen kombiniert |
| E951 | Aspartam | Enthält Phenylalanin, daher Pflichthinweis |
| E952 | Cyclamat | Einer der älteren Süßstoffe |
| E954 | Saccharin | Der älteste synthetische Süßstoff |
| E955 | Sucralose | Aus Zucker hergestellt |
| E960a bis E960d | Steviolglycoside | Aus Stevia, aus Fermentation, enzymatisch hergestellt oder glycosyliert |
| E961 | Neotam | 2025 neu bewertet; laut EFSA kein Sicherheitsbedenken bei derzeit erlaubten Verwendungen |
Süßstoffe werden häufig kombiniert, um Süßprofil und technologische Eigenschaften anzupassen. Bei Steviolglycosiden ist die genaue Untergruppe wichtig: E960a stammt aus Stevia, E960b aus Fermentation, E960c wird enzymatisch hergestellt und E960d ist glycosyliert. E960b wurde 2025 neu in die EU-Liste aufgenommen.[6]
Kein Süßstoff wird so intensiv diskutiert. Ein Blick auf die Bewertungen lohnt sich, weil die Schlagzeilen oft schärfer klingen als die Befunde.
Die EFSA führte 2013 eine vollständige Risikobewertung durch und bestätigte einen ADI von 40 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht und Tag. Sie kam zu dem Schluss, dass Aspartam und seine Abbauprodukte bei den derzeitigen Expositionen für die Allgemeinbevölkerung kein Sicherheitsrisiko darstellen; Menschen mit Phenylketonurie sind davon ausgenommen.[2]
2023 stufte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) Aspartam als „möglicherweise krebserzeugend“ (Gruppe 2B) ein. Das ist eine Gefahreneinstufung auf Basis begrenzter Evidenz, keine Aussage darüber, wie groß ein Risiko bei einer bestimmten Aufnahmemenge ist.[3]
Parallel bestätigte das FAO/WHO-Sachverständigengremium JECFA den ADI von 40 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht. IARC und JECFA beantworten damit unterschiedliche Fragen: mögliche Gefahr einerseits, Risiko bei realer Exposition andererseits.[3]
Aspartam wird unter anderem zu Phenylalanin abgebaut. Bei Aspartam beziehungsweise Aspartam-Acesulfamsalz ist je nach Kennzeichnungsweise ein Phenylalanin-Hinweis vorgeschrieben.[7] Für Menschen mit Phenylketonurie ist er wichtig, weil sie Phenylalanin streng begrenzen müssen; für diese Gruppe gilt die allgemeine Aspartam-Bewertung nicht.
Im Februar 2026 bestätigte die EFSA für die derzeit zugelassenen Verwendungen von Sucralose einen ADI von 15 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht. Eine beantragte Ausweitung auf feine Backwaren konnte sie dagegen nicht als sicher bestätigen: Bei längerer hoher Erhitzung können chlorierte Verbindungen entstehen, und auch eine Bildung beim Kochen oder Backen zu Hause ließ sich nicht ausschließen.[5]
Das ist kein pauschales Verbot von Sucralose. Es unterscheidet zwischen den aktuell zugelassenen Anwendungen und einer zusätzlichen Verwendung bei hohen Temperaturen.
Ob Süßstoffe beim Abnehmen helfen, lässt sich nicht pauschal beantworten. Das BfR bewertet die Datenlage als uneinheitlich und für einige Bevölkerungsgruppen wie Kinder und Schwangere als begrenzt.[4] Der Austausch von Zucker kann die Energiezufuhr eines einzelnen Produkts senken; daraus folgt nicht automatisch ein langfristiger Gewichtsverlust.
Intensive Süßstoffe wirken schon in sehr kleinen Mengen. Polyole wie Sorbit (E420), Xylit (E967) oder Erythrit (E968) unterscheiden sich dagegen deutlich in Süßkraft, Aufnahme und Energiebilanz. Größere Mengen können abführend wirken. Lebensmittel mit mehr als zehn Prozent zugesetzten Polyolen müssen den Hinweis „Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“ tragen.[7]
Für Menschen mit Fruktosemalabsorption oder Reizdarm ist dieser Unterschied wichtig, weil Zuckeralkohole zu den FODMAP zählen und Beschwerden auslösen können. Ausführlich liest du das im Ratgeber Zuckeralkohole.
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Ampelo kostenlos testenDie Krebsforschungsagentur IARC stufte Aspartam 2023 als möglicherweise krebserzeugend (Gruppe 2B) ein, räumte aber selbst ein, dass Zufall, Verzerrung oder Störfaktoren nicht auszuschließen waren. Das FAO/WHO-Gremium JECFA fand keinen Hinweis auf ein krebserzeugendes Potenzial und bestätigte die tolerierbare Menge von 40 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht.
Die EFSA bestätigte 2013 eine tolerierbare Aufnahmemenge von 40 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht und Tag und stufte Aspartam als sicher für die Allgemeinbevölkerung ein, einschließlich Säuglingen, Kindern und Schwangeren. Die tatsächliche Aufnahme liegt deutlich darunter.
Aspartam wird im Körper unter anderem zu Phenylalanin abgebaut. Für Menschen mit der angeborenen Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie ist dieser Hinweis wichtig, weil sie eine streng phenylalaninarme Ernährung einhalten müssen. Für alle anderen hat er keine Bedeutung.
Intensive Süßstoffe wirken schon in sehr kleinen Mengen. Polyole wie Sorbit, Xylit oder Erythrit haben je nach Stoff eine andere Süßkraft und Energiebilanz; größere Mengen können abführend wirken. Rechtlich gehören beide Gruppen zu den Süßungsmitteln.
Die EFSA bestätigte den ADI von 15 mg/kg Körpergewicht für derzeit zugelassene Verwendungen. Eine Ausweitung auf feine Backwaren konnte sie wegen möglicher chlorierter Verbindungen bei längerer hoher Erhitzung nicht als sicher bestätigen.
Das BfR bewertet die Datenlage zu Süßstoffen und Körpergewicht als uneinheitlich und für einige Gruppen als begrenzt. Der Austausch von Zucker kann die Energiezufuhr eines Produkts senken; daraus folgt nicht automatisch ein langfristiger Gewichtsverlust.
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