Sorbit klingt harmlos, ist es aber für viele nicht. Der Zuckeralkohol steckt in Steinobst, in fast allen zuckerfreien Süßigkeiten und in vielen Diätprodukten. Wer ihn nicht verträgt, hat oft erstaunlich viele Beschwerdequellen im Alltag.
Sorbit, auch Sorbitol oder D Glucitol genannt, ist ein Zuckeralkohol. Er kommt natürlich in vielen Obstsorten vor, vor allem im Steinobst. Industriell wird Sorbit aus Glukose gewonnen und als Süßungsmittel, Feuchthaltemittel und Trägerstoff in Lebensmitteln, Kosmetika und Medikamenten verwendet. In der EU hat er die Nummer E420.
Sorbit liefert pro Gramm 2,4 Kilokalorien, etwa 60 Prozent der Süßkraft von Haushaltszucker und beeinflusst den Blutzucker kaum. Das macht ihn zum beliebten Zucker-Ersatz in zuckerfreien, zuckerreduzierten und Light-Produkten.
Sorbit wird im Dünndarm nur langsam und unvollständig aufgenommen.[1] Ein großer Teil gelangt daher in den Dickdarm. Dort wirkt er auf zwei Arten:
Höhere Sorbitmengen können auch bei gesunden Menschen abführend wirken. Wie empfindlich jemand reagiert, ist individuell sehr unterschiedlich.[2] Wer eine Sorbitintoleranz hat, reagiert oft schon auf wenige Gramm.
Der Schwellenwert variiert stark. Manche reagieren schon auf einen Pflaumensaft, andere vertragen mehrere Trockenpflaumen problemlos.
Zur Abklärung wird häufig ein H2-Atemtest mit Sorbit eingesetzt. Nach einer nüchternen Ausgangsmessung trinkt die Testperson eine Sorbitlösung. Testdosis, Dauer und Auswertung können je nach Praxis und Fragestellung variieren.[3] Als auffällig gilt in der Regel ein Anstieg des Wasserstoffs in der Atemluft um mehr als 20 ppm über den Ausgangswert, insbesondere wenn parallel Beschwerden auftreten.
Wichtig: Eine Sorbitintoleranz tritt häufig zusammen mit einer Fruktosemalabsorption auf. Sorbit kann die Fruktoseaufnahme im Dünndarm zusätzlich verschlechtern. Deshalb vertragen Menschen mit Fruktosemalabsorption Sorbit oft ebenfalls schlecht.[4]
| Kategorie | Beispiele | Polyolgehalt |
|---|---|---|
| Trockenfrüchte | Trockenpflaumen, Trockenaprikosen, Trockenbirnen, Datteln | sehr hoch (bis 15 g Sorbit pro 100 g) |
| Kernobst | Birne, Apfel | hoch (Birne ca. 3 g, Apfel ca. 1,5 g Sorbit pro 100 g) |
| Steinobst | Pflaume, Kirsche, Pfirsich, Aprikose, Nektarine | hoch (Kirsche bis 4,5 g, Pflaume ca. 2 g Sorbit pro 100 g) |
| Obstsäfte | Apfelsaft, Birnensaft, Kirschsaft, Pflaumensaft und deren Konzentrate | hoch (Sorbit ist wasserlöslich und geht beim Pressen in den Saft) |
| Pilze | Champignons, Shiitake, Steinpilze, Pfifferlinge | hoch (Mannitol: Shiitake bis 10 g pro 100 g) |
| Gemüse (Mannitol) | Blumenkohl, Süßkartoffel, Sellerie, Fenchel, Sauerkraut | moderat bis hoch (Blumenkohl laut Monash schon ab 75 g relevant) |
| Kokosnuss | Kokosraspel, Kokosflocken, Kokosmilch, Kokoscreme | moderat (Sorbit, laut Monash ab ca. 35 g getrocknet relevant) |
| Zuckerfreie Produkte | Kaugummis, Bonbons, zuckerfreie Schokolade | sehr hoch (oft 30 bis 50+ g pro 100 g) |
| Gut verträglich | Trauben, Zitrusfrüchte, Banane, Erdbeere, Himbeere, Kokosöl | gering bis kaum |
Die genauen Gehalte variieren je nach Sorte, Reifegrad und Verarbeitung. Entscheidend ist die Gesamtmenge pro Mahlzeit. Bei Obstsäften und Trockenobst werden schnell relevante Mengen erreicht, weil das Sorbit konzentriert vorliegt. Kokosöl und Kokosfett enthalten als reine Fette kein Sorbit.
Sorbit ist als E420 gekennzeichnet und gehört zu den E-Nummern, die bei Unverträglichkeiten relevant sind. Es taucht aber auch unter Sorbitol, Sorbit Sirup, Sorbit Lösung oder als Bestandteil von Polyolen in der Zutatenliste auf. Versteckte Quellen sind:
Sorbit ist nicht der einzige problematische Zuckeralkohol. Wer Sorbit nicht verträgt, sollte auch andere Polyole im Auge behalten.
| Polyol | E-Nummer | Verträglichkeit |
|---|---|---|
| Erythrit | E968 | meist besser verträglich, bei höheren Mengen Beschwerden möglich |
| Xylit (Birkenzucker) | E967 | häufig schlecht verträglich, in Maßen manchmal ok |
| Sorbit | E420 | oft schlecht |
| Mannit | E421 | oft schlecht |
| Maltit | E965 | oft schlecht |
| Isomalt | E953 | oft schlecht |
| Lactit | E966 | oft schlecht |
Erythrit nimmt eine Sonderstellung ein. Es wird im Dünndarm zu über 90 Prozent aufgenommen und über die Nieren ausgeschieden, bevor es in den Dickdarm gelangt. Deshalb ist Erythrit meist besser verträglich als andere Polyole.[2] Bei höheren Mengen können aber auch hier Magen-Darm-Beschwerden auftreten.
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Zur Abklärung wird häufig ein H2-Atemtest mit Sorbit eingesetzt. Testdosis, Dauer und Auswertung können je nach Praxis variieren.
Steinobst, Birnen und Trockenfrüchte. Trauben und Zitrusfrüchte enthalten dagegen kaum Sorbit.
Sorbit wirkt osmotisch und zieht Wasser in den Darm. Höhere Mengen können auch bei gesunden Menschen abführend wirken. Wie empfindlich jemand reagiert, ist individuell unterschiedlich.
Ja. Sorbit kann die Fruktoseaufnahme im Dünndarm zusätzlich verschlechtern. Wer Fruktose schlecht verträgt, verträgt meist auch Sorbit schlecht.
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