Er trägt verschiedene Namen und kommt vor allem in süßen und stark verarbeiteten Produkten vor. Für Menschen mit Fruktosemalabsorption kann er je nach Zusammensetzung relevant sein. Hier erfährst du, was Glukose-Fruktose-Sirup genau ist, worauf es ankommt und wie du ihn auf der Zutatenliste erkennst.
Glukose-Fruktose-Sirup ist ein flüssiger Süßstoff, der industriell aus Stärke hergestellt wird, meist aus Mais, seltener aus Weizen. In mehreren enzymatischen Schritten wird die Stärke zunächst in Glukose gespalten. Anschließend wandelt das Enzym Glukoseisomerase einen Teil der Glukose in Fruktose um. Je nach Verfahren entstehen Sirupe mit unterschiedlich hohem Fruktoseanteil.
In der EU richtet sich die Bezeichnung nach dem Fruktoseanteil:
| Bezeichnung | Fruktoseanteil | Glukoseanteil |
|---|---|---|
| Glukosesirup | Unter 5 Prozent | Überwiegend Glukose |
| Glukose-Fruktose-Sirup | 5 bis 50 Prozent | Glukose überwiegt |
| Fruktose-Glukose-Sirup | Über 50 Prozent | Fruktose überwiegt |
| Fruktosesirup | Über 95 Prozent | Minimal |
| Isoglukose | Ab 10 Prozent | Industriebegriff |
In den USA spricht man von High Fructose Corn Syrup (HFCS). Laut FDA enthält HFCS 42 rund 42 Prozent Fruktose (Glukose überwiegt) und wird vor allem in Backwaren eingesetzt, während HFCS 55 rund 55 Prozent Fruktose enthält (Fruktose überwiegt) und typisch für Softdrinks ist[1]. In der EU sind die Isoglukosequoten im Rahmen der Zuckermarktreform zum 1. Oktober 2017 weggefallen[2]. In Deutschland ist Isoglukose aber kein Massenbestandteil aller Lebensmittel. Häufiger betroffen sind vor allem Backwaren, Süßwaren, Desserts und Milchprodukte.
Menschen mit Fruktosemalabsorption können nur eine begrenzte Menge Fruktose pro Mahlzeit aufnehmen. Der Rest wandert in den Dickdarm und wird dort von Bakterien fermentiert, was Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall verursacht.
Entscheidend ist dabei das Verhältnis von Glukose zu Fruktose. Glukose verbessert die Aufnahme von Fruktose im Dünndarm über einen Co Transport Mechanismus. Ist genug Glukose da, wird auch mehr Fruktose resorbiert. Liegt Fruktose aber im Überschuss vor (sogenannter Fruktose-Exzess), gelangt die überschüssige Fruktose in den Dickdarm[3].
In der Monash FODMAP Forschung werden insbesondere Lebensmittel mit viel Fruktose und wenig Glukose als problematisch eingestuft[3].
Auf dem deutschen Markt ist Glukose-Fruktose-Sirup nicht in jedem Produkt enthalten, kommt aber in bestimmten Produktgruppen regelmäßig vor. Die folgenden Kategorien können betroffen sein:
In der EU steht auf Zutatenlisten typischerweise Glukose-Fruktose-Sirup (wenn Glukose überwiegt) oder Fruktose-Glukose-Sirup (wenn Fruktose überwiegt)[4]. Isoglukose ist eher der Oberbegriff und taucht selten auf der Verpackung auf. Achte vor allem auf diese Bezeichnungen:
Der Begriff "Fruchtsüße" ist unscharf und nicht automatisch mit Glukose-Fruktose-Sirup gleichzusetzen. Er wird oft für Fruchtkonzentrate verwendet und ist eher eine Werbeaussage als eine präzise Zutatenbezeichnung. Trotzdem kann dahinter ein hoher Fruktosegehalt stecken.
Nicht nur HFCS ist bei Fruktosemalabsorption problematisch. Auch scheinbar natürliche Süßungsmittel enthalten teils mehr Fruktose als Glukose:
Entscheidend ist dabei nicht die absolute Menge, sondern das Verhältnis. Solange Glukose mindestens so viel enthält wie Fruktose, wird die Fruktose über den GLUT2 Transporter gut aufgenommen. Sobald Fruktose überwiegt, entsteht ein Überschuss, der Beschwerden auslöst.
| Süßungsmittel | Fruktose Anteil | Glukose Anteil | Bewertung bei FM |
|---|---|---|---|
| Agavendicksaft | 70 bis 90 Prozent | 10 bis 20 Prozent | Sehr problematisch |
| Honig | 38 Prozent | 31 Prozent | Problematisch (Überschuss) |
| Apfeldicksaft | ca. 60 Prozent | ca. 25 Prozent | Problematisch |
| Birnendicksaft | ca. 65 Prozent | ca. 20 Prozent | Problematisch |
| HFCS 55 | 55 Prozent | 42 Prozent | Problematisch |
| HFCS 42 | 42 Prozent | 53 Prozent | Grenzwertig, leichter Glukose Überhang |
| Rübenzucker (Saccharose) | 50 Prozent | 50 Prozent | Meist moderat verträglich |
| Glukose-Fruktose-Sirup (EU) | 5 bis 50 Prozent | 50 bis 95 Prozent | Je nach Anteil variabel |
| Glukosesirup | Unter 5 Prozent | Über 95 Prozent | Meist gut verträglich |
| Reissirup | 0 Prozent | bis 100 Prozent (Maltose/Glukose) | Unproblematisch |
| Traubenzucker (Dextrose) | 0 Prozent | 100 Prozent | Unproblematisch |
Die Werte beziehen sich auf den Trockenmasseanteil und variieren je nach Sorte, Herkunft und Herstellungsverfahren. Entscheidend für die Verträglichkeit ist immer das Verhältnis zwischen Fruktose und Glukose im fertigen Produkt[5].
Für die Allgemeinbevölkerung bewertet das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Isoglukose und Saccharose hinsichtlich ihres gesundheitlichen Gefährdungspotenzials als gleichartig[6]. Die Sorge um HFCS als besonders ungesunden Süßstoff ist also in dieser Allgemeinheit nicht belegt. Für Menschen mit Fruktosemalabsorption kann die konkrete Zusammensetzung aber sehr wohl einen Unterschied machen, weil ein Fruktoseüberschuss direkt Beschwerden auslöst.
Barcode scannen, sofort sehen: Ampelo erkennt Fruktose, Glukose-Fruktose-Sirup, HFCS, Maissirup und Inulin in der Zutatenliste und zeigt dir per Ampel, ob ein Produkt für dich geeignet ist. Über 200.000 Produkte aus dem deutschen Lebensmittelhandel sind erfasst.
Ampelo ist kostenlos, ohne Werbung und ohne Anmeldung.
Ampelo kostenlos testenNein. Glukosesirup enthält fast nur Glukose und ist bei Fruktosemalabsorption meist unproblematisch. Glukose-Fruktose-Sirup hat zwischen 5 und 50 Prozent Fruktose, Fruktose-Glukose-Sirup sogar über 50 Prozent.
Das BfR bewertet Isoglukose und Saccharose hinsichtlich des gesundheitlichen Gefährdungspotenzials als gleichartig. Für Menschen mit Fruktosemalabsorption kann aber die konkrete Zusammensetzung einen Unterschied machen, weil fruktosereiche Varianten direkt Beschwerden auslösen.
In Deutschland ist Glukose-Fruktose-Sirup kein Massenbestandteil aller Lebensmittel. Er kommt aber in bestimmten Produktgruppen vor, vor allem in Backwaren, Süßwaren, Desserts und Milchprodukten. Seit 2017 gibt es in der EU keine Mengenbegrenzung mehr.
Nein. Er hat einen sehr hohen Fruktoseanteil und ist bei Fruktosemalabsorption eine der schlechtesten Alternativen. Auch für den Stoffwechsel bietet er keine klaren Vorteile.
Das hängt von deiner individuellen Toleranz ab. Viele Betroffene reagieren aber schon auf kleine Mengen freier Fruktose deutlich. Ein Symptomtagebuch hilft die eigene Grenze zu finden.
Ein unscharfer Begriff, oft verwendet für konzentrierte Fruchtzubereitungen aus Apfel oder Birne. Fruchtsüße ist nicht automatisch mit Glukose-Fruktose-Sirup gleichzusetzen, kann aber einen hohen Fruktosegehalt haben und ist bei Fruktosemalabsorption potenziell problematisch.
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Bei Fruktosemalabsorption solltest du deine Ernährung individuell mit einer Ernährungsberatung abstimmen. Ampelo ist ein Orientierungshilfsmittel und kein Medizinprodukt.
Wir recherchieren jeden Artikel sorgfältig und prüfen ihn gegen aktuelle Leitlinien. Wenn dir dennoch ein Fehler auffällt, freuen wir uns über eine Nachricht an kontakt@ampelo.de.